Warum wir gerne Fehler machen
- Jasmin Katzensteiner
- 10. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Die Kraft der Fehltritte in der persönlichen Entwicklung

Fehler machen – für viele von uns ein absolutes Tabu. Wir streben nach Perfektion und fürchten uns davor, Fehler zu machen oder zu scheitern. Doch was ist, wenn wir dir sagen, dass Fehler machen nicht nur in Ordnung ist, sondern sogar etwas ist, das wir begrüßen sollten? IIn diesem Blogpost gehen wir auf die Bedeutung von Fehlern ein und zeigen dir, warum du Fehler nicht fürchten, sondern sie begrüßen solltest.
Die Angst vor dem Fehler
Die Angst vor Fehlern ist eine der stärksten und weit verbreitetsten Ängste in der Gesellschaft. Wir fürchten uns davor, Fehler zu machen, weil wir glauben, dass sie uns als unfähig, unprofessionell oder minderwertig darstellen. Wir sind in einer Kultur aufgewachsen, die Perfektion und fehlerfreies Arbeiten hochhält und Fehler als Mangel an Kompetenz oder Intelligenz wertet. Diese Vorstellung setzt uns unter enormen Druck und hindert uns daran, kreativ zu sein, Risiken einzugehen und Neues zu wagen. Doch was, wenn diese Sichtweise der Realität nicht entspricht? Was, wenn Fehler der Schlüssel zu persönlichem Wachstum und langfristigem Erfolg sind?
Fehler sind nicht das Ende, sondern der Anfang einer neuen Erkenntnis. Sie sind keine Katastrophen, sondern Chancen, die uns dazu einladen, tiefer zu verstehen, was funktioniert und was nicht. Die wahre Herausforderung besteht nicht darin, Fehler zu vermeiden, sondern sie zu akzeptieren, daraus zu lernen und mit ihnen zu wachsen.
Die Lektionen aus dem Scheitern
Jeder Fehler, den wir machen, ist eine Gelegenheit zur Reflexion und zum Lernen. Fehler bringen uns oft in Situationen, in denen wir gezwungen sind, neue Lösungen zu finden, neue Wege zu denken und unser Verhalten zu überdenken. Wenn wir einen Fehler machen, fragen wir uns oft: "Was kann ich aus dieser Situation lernen? Was hätte ich anders machen können?" Diese Fragen sind nicht nur wichtig für die Selbstreflexion, sondern sie sind der Schlüssel dazu, wie wir uns weiterentwickeln und als Menschen wachsen können.
Wenn wir Fehler als Lerngelegenheiten sehen, verlieren sie ihren negativen Stempel und verwandeln sich in wertvolle Schritte auf unserem Weg zum Erfolg. Es ist diese Perspektive, die den Unterschied ausmacht – anstatt uns von einem Fehler entmutigen zu lassen, sollten wir ihn als Gelegenheit nutzen, unser Wissen zu erweitern und zu wachsen. Die Lektionen, die wir aus Fehlern lernen, sind oft die tiefsten und bedeutungsvollsten, die wir auf unserem Lebensweg sammeln.
Ein berühmtes Beispiel für die positive Wirkung von Fehlern ist der Erfinder Thomas Edison, der bekannt dafür war, hunderte Male zu scheitern, bevor er schließlich die Glühbirne erfand. Er sagte einmal: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert.“ Edison hat die Bedeutung des Scheiterns erkannt und es als notwendige Etappe auf dem Weg zu seinem Erfolg betrachtet.
Die Kraft der Resilienz
Ein weiterer wichtiger Grund, warum wir Fehler begrüßen sollten, ist die Resilienz, die sie uns verleihen. Resilienz ist die Fähigkeit, nach Rückschlägen oder Krisen wieder aufzustehen und weiterzumachen. Jeder Fehler, den wir machen, fordert uns heraus, uns zu erholen und stärker zurückzukommen. Wenn wir aus unseren Fehlern lernen, entwickeln wir nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch die Fähigkeit, uns schnell von Misserfolgen zu erholen.
Stell dir vor, du versuchst ein neues Projekt und es scheitert. Wenn du aus diesem Fehler keine Lehren ziehst, wirst du wahrscheinlich in der gleichen Weise immer wieder scheitern. Doch wenn du lernst, mit Fehlern umzugehen und sie als Teil des Prozesses akzeptierst, wirst du feststellen, dass du von Rückschlägen stärker wirst. Diese Widerstandskraft hilft dir, auch in schwierigen Zeiten den Kopf hochzuhalten und weiterzumachen, ohne die Hoffnung zu verlieren.
Je mehr wir uns selbst erlauben, Fehler zu machen, desto widerstandsfähiger werden wir. Diese Erfahrung stärkt nicht nur unser Selbstvertrauen, sondern macht uns auch flexibler und kreativer im Umgang mit zukünftigen Herausforderungen.
Die Freiheit, authentisch zu sein
Indem wir Fehler machen und zu ihnen stehen, befreien wir uns von dem ständigen Druck, perfekt zu sein. In einer Gesellschaft, die Perfektionismus oft glorifiziert, ist es eine echte Befreiung, zu akzeptieren, dass wir nicht fehlerfrei sein müssen, um wertvoll oder erfolgreich zu sein. Fehler machen erlaubt es uns, uns selbst zu sein – mit all unseren Stärken, Schwächen und Unvollkommenheiten. Wir werden authentischer, wenn wir bereit sind, unsere Fehler zu akzeptieren und uns selbst mit all unseren Unzulänglichkeiten zu lieben.
Authentizität entsteht, wenn wir die Masken ablegen, die wir tragen, um den Erwartungen anderer zu entsprechen, und uns erlauben, die Menschen zu sein, die wir wirklich sind – Menschen, die Fehler machen, Fehler zugeben und aus ihnen lernen. Dies fördert nicht nur persönliches Wachstum, sondern auch tiefere Verbindungen zu anderen, weil wir uns nicht mehr hinter einer Fassade verstecken müssen.
Ein Plädoyer für den Fehler
In einer Welt, die ständig nach Erfolg strebt und in der Fehler oft stigmatisiert werden, sollten wir einen Moment innehalten und den Fehler als das ansehen, was er wirklich ist: ein notwendiger Teil des Lebens, der uns hilft, uns weiterzuentwickeln. Fehler sind keine Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern von Mut, Kreativität und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Fehler sind Chancen, uns selbst besser kennenzulernen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.
Lasst uns den Fehler feiern, anstatt ihn zu fürchten. Lasst uns mutig sein und Fehler machen – und daraus lernen. Jeder Fehler, den wir machen, ist eine Gelegenheit, uns selbst herauszufordern, neue Perspektiven zu gewinnen und unser wahres Potenzial zu entdecken. Die Fähigkeit, Fehler zu akzeptieren und daraus zu lernen, hilft uns, uns weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen besser zu meistern.



Kommentare